Ölabscheider in der Industrie

Ölabscheider werden in Gewerbebetrieben, in denen Leichtflüssigkeiten anfallen, benötigt. Diese sind verpflichtend vorgesehen, um das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen. Vor der Einleitung in die Kanalisation müssen diese vom Abwasser getrennt werden.

In welchem Regelwerk sind Leichtflüssigkeitsabscheider definiert?

Welches Regelwerk für Ihren Gewerbebetrieb zum Tragen kommt, hängt von der jeweiligen Branche sowie dem Betrieb ab. Grundsätzlich sind dafür Gemeinde-, Landes- und Bundesvorgaben relevant. Diese sind zum Teil sehr unterschiedlich geregelt. In ganz Deutschland kommen jedoch die §§ 57, 58 WHG (Wasserhaushaltsgesetz) zur Anwendung. Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob Sie eine Tankstelle, eine Autowaschanlage oder einen chemischen Industriebetrieb betreiben. Das Gefährdungspotential der anfallenden Abwässer ist extrem unterschiedlich.

Welche Funktion hat ein Leichtflüssigkeitsabscheider genau?

Zunächst wird zwischen Direkt- und Indirekteinleitung unterschieden. „Indirekt“ bedeutet, dass die Leichtflüssigkeit in die Kanalisation abgeschieden wird. „Direkt“ zeigt an, dass diese ins Grundwasser geleitet wird. Das heißt, in beiden Fällen muss ein Flüssigkeitsabscheider zur Trennung vom Abwasser vorgeschaltet werden. Dabei handelt es sich um eine eigene Abwasserbehandlungsanlage. Diese hat meistens die Form eines Beckens, in dem Abfallöle nach oben schwimmen und getrennt werden können. Vor dem Ablauf ist eine Tauchwand angebracht. Unter dieser kann das Abwasser ohne Öl durchfließen. Das Prinzip beruht auf der unterschiedlichen Dichte des Wassers zum Öl. Da die Ölbestandteile auf dem Abwasser schwimmen, ist eine sehr gute Reinigungsleistung von 20 mg Restgehalt erreichbar. Darüber hinaus stehen noch Koaleszenzabscheider zur Verfügung. Diese basieren auf demselben Prinzip, wurden jedoch weiterentwickelt. Die Weiterentwicklung beruht darauf, dass kleine Ölpartikel zu größeren Öltropfen zusammenfließen. Das wird als Koaleszenz bezeichnet. Durch diesen Vorgang schwimmen kleinste Tröpfchen nach dem Schwerkraftprinzip nach oben. Bei diesem Verfahren ist eine Leistung von 5 mg zu erzielen.

Wie ist ein Leichtflüssigkeitsabscheider aufgebaut?

Die Anlage besteht aus drei Bauteilen, dem Abscheider, der Probeentnahme und dem Schlammfang. Beim Schlammfang handelt es sich um ein genormtes Auffangbecken mit einem Mindestvolumen von 600 Litern. Das gängigste Volumen liegt jedoch bei 650 Liter. Der Schlammfang muss mit einer Beschichtung, einem Prallblech im Zulauf sowie einer geschlossenen Abdeckung ausgerüstet sein. Das ist notwendig, sodass sich der Abwasserschlamm absetzen kann. Damit Öle nicht unkontrolliert austreten können, befindet sich ein Schwimmer im Abscheider, der das verhindert. Somit wird der Abscheider automatisch geschlossen, wenn eine bestimmte Menge erreicht wird. Das wird selbsttätiger Abschluss genannt. Der Schwimmer wird auf die Dichte der Leichtflüssigkeiten, die erfahrungsgemäß anfallen, eingestellt. Vorsicht! Abscheider, die diese Vorrichtung nicht haben, sind älter und nicht mehr zugelassen! Die Anlage muss darüber hinaus eine Überhöhung zum nächsten Einlauf oder der Überlaufkante vorweisen. Ist das nicht gegeben, muss eine Warnanlage zum Schutz gegen das Überlaufen eingebaut werden. Vorsicht! Dies muss in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde erfolgen! Dies ist zwar nicht verboten und für ältere Anlagen statthaft. Wird jedoch eine neue Anlage errichtet, sind Warnanlagen verpflichtend vorgeschrieben. Diese besteht aus zwei Sonden und einer Steuereinheit. Eine Sonde dient zur Messung der Ölschichtstärke, die andere für den Aufstau. Die Warnmeldung erfolgt sowohl über eine Leuchte als auch über einen Warnton. Alle Anlagenteile müssen explosionsgeschützt sein. Darüber hinaus müssen sie über eine ATEX-Zulassung verfügen.